Erwin Eugster
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Haltebedingungen


Meine Mantellen-Terrarien befanden sich während 15 Jahren im temperierten Orchideengewächshaus (Ausnahme: Mantella Laevigata. Diese leben im Warmhaus) und machten grundsätzlich die Temperatur- und Lichtschwankungen unserer Breitengrade mit. M. Aurantiaca, Laevigata und Viridis liessen sich so problemlos halten und vermehren. Heute befinden sich meine Anlagen im isolierten Dachgeschoss. Temperatur- und Lichtverhältnisse lassen sich so besser steuern, und alle Arten (ausser der zu kleinen Nigricans-Zuchtgruppe) lassen sich züchten. Wichtig ist einfach, dass man für alle Mantellen ausser M. Laevigata eine mindestens 10-wöchige Ruhezeit einhält mit Temperaturen unter 20 Grad, Beleuchtungszeiten von weniger als 12 Stunden und reduzierter Besprühung.

Einrichtung der Terrarien
Mantellen sind keine "Wasserfrösche". Entsprechend müssen die Terrarien eine doppelte Drainage aufweisen: Auf einer kiesigen Drainageschicht (z.B. aus Lava-Mulch) liegt wenig Weisstorf, darüber eine Laubschicht, Rindenstücke und/oder (je nach Art) ein Sphagnum-Polster. Das Laub erhitze ich vor Gebrauch kurz aus Furch vor einer Chytrid-Infektion. Alternativ können die Terrarien auch mit 3 cm Filtermatte eingerichtet werden, wobei es sich empfiehlt, kleinere Teile mit Weisstorf auszusparen (Luftfeuchtigkeit) und die Filtermatte mit Laub und Moos zu belegen.
Der so drainierte Terrariengrund entwässert in eine ins Terrarium eingebaute Rinne, die ihrerseits dank einem Ablauf nie mehr als 1-2 cm Wasser aufweist.
Einen Sonderfall stellt das Terrarium für M. Expectata dar. Hier habe ich nur einen Drittel in der oben beschriebenen Art eingerichtet. Der Rest ist in der Art eines felsigen Bachlaufs gehalten mit Steinplatten und Kiesuntergrund.
Das Terrarium für die sehr unkomplizierten M. Laevigata ist als Regenwaldterrarium eingerichtet.
Wichtig ist in allen Fällen: Der Terrariengrund sollte ein Gefälle haben, so dass sich feuchte und trockenere Stellen bilden. Zudem haben insbesondere die M. Expecata einen Fluchreflex: Imitiert man starken Tropenregen, so suchen sie unverzüglich höher gelegenen Stellen auf.



 
Graben bei Ranomafana, in welchem M. Baroni leben. Nach Tropenschauern entsteht sehr schnell ein Rinnsal, und die Frösche ziehen sich ans Bord zurück.

 
Hangvegetation in einem kleinen Tal in Vohimana, durch welches ein Bach fliesst und in welchem sich in der Regenzeit zahlreiche Pfützen bilden. Gemäss Aussage des sehr kompetenten Local Guide befinden sich M. Baroni und M. Pulchra während der gesamten, einige Monate dauernden Ruhezeit in den Nischen und Höhlen unter solchen Wurzelpartien.

Licht
Die Tageslänge schwankt für alle Arten zwischen gut acht Stunden in der winterlichen Ruhezeit (Mitte November bis Mitte Februar) und knapp 16 Stunden im Sommer. In den Gewächshäusern war eine leichte UV-Strahlung garantiert. Am neuen Standort verwende ich nur LED-Beleuchtung, ohne dass bei adulten Tieren oder Jungtieren Nachteile ersichtlich würden.

Temperaturen
Für alle von mir gehaltenen Mantellen ausser M. Laevigata gilt: Im Winter 15-18 Grad, im Sommer 19-25. Kurzzeitliche Schwankungen bis 13/14 Grad und leicht über 25 Grad schaden den Tieren nicht, sofern sie genügend feuchte Rückzugsmöglichkeiten haben. M. Viridis scheinen solche Temperaturextreme sogar zu mögen. Einzig für die M. Madagascarienis sind Temperaturen über 25 Grad schnell lebensgefährlich.
M. Laevigata ist tropisch zu halten: Nachttemperaturen in der kurz zu haltenden Ruhezeit nie unter 18 Grad und tags zwischen 20 und 25 Grad. Im Sommer minimal 20 Grad nachts und deutlich mehr tagsüber. Temperaturen bis 35 Grad werden bei ausreichender Feuchtigkeit problemlos ertragen.

Feuchtigkeit
Im Winter werden die Anlagen nur ca. alle zwei Wochen beregnet. Die Terrarien dürfen in einzelnen Bereichen (aber natürlich nicht ganz!) austrocknen. Im Frühjahr setzt die "Regenzeit" ein mit mehreren stärkeren Bewässerungen hintereinander. Danach folgen mehrtägige trockene und feuchte Phasen. Im Sommer werden die Terrarien täglich besprüht. Generell gilt: Nicht einmal die in sumpfigen Gegenden lebenden M. Aurantiaca und Milotympanum sind "Wasserfrösche". Auch ihnen – und noch viel mehr den anderen Arten – schadet nasse, kaum abtrocknende Umgebung auf Dauer, besonders ausserhalb des Sommers. Nur die kletternden M. Laevigata lieben von Frühjahr bis Herbst volltropische Feuchtigkeit, welche in der kurzen Ruhezeit ein wenig reduziert wird.


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