Erwin Eugster
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Artenübersicht

Seit 2016 ist eine ausgezeichnete Beschreibung aller Mantella-Arten samt Übersicht über Naturräume und Haltebedingungen im Buchhandel zu finden: 


Altenmüller, Andreas: Madagskar-Buntfrösche – die Gattung Mantella, Natur und Tier Verlang (NTV), Münster 2016 (ISBN: 9-783866592636).


Ich stelle hier darum nur die von mir persönlich nachgezüchteten Arten vor.


Mantella Aurantiaca (EN)

Diese Frösche werden auch «Goldfröschchen» genannt.
Sie leben nur noch einem kleinen Gebiet im östlichen Madagaskar, in den Torotorofotsy-Sümpfen, welche heute dem Mitsinjo-Reservat gehören.
Aurantiacas erreichen eine Grösse von ca. 23 mm, Männchen bleiben etwas kleiner (im Bild links).
Die Farbe kann zwischen hellgelb und orange variieren. 
Meine ältesten Aurantiacas sind über 12 Jahre alt.


Mantella Baroni (LC)

Lebt in 600 bis 1200 Metern Höhe in sehr verschiedenen Umgebungen, die vom Sumpfgebieten über halbtrockene Flussläufe, Bambushaine bis zu Flussufern im Regenwald reichen. Ich habe bei Ranomafana sogar Jungtiere entlang asphaltierter Strassen (RN 25 bei Vorondolo) gefunden. Entsprechend existieren verschiedene Unterarten.
Die Farbe der Schulter- und Beinpartien schwankt zwischen grün und gelb.
Grösse 22 bis 30 mm. Es ist nach wie vor unklar, ob die Populationen an den verschiedenen Stellen zur gleichen Art gehören.
Die Unterscheidung von M. Madagascariensis ist anhand des gepunkteten, aber nicht hufeisenförmigen Farbflecks am Unterkiefer und des fehlenden Rotanteils an der Unterseite der Oberschenkel möglich.


 

Mantella Expectata (EN)

Diese Art bewohnt Primärwälder im teilweise länger austrocknenden Süden und Südwesten Madagaskars. Sie ist mit 20 bis 26 mm etwas kleiner als M. Baroni.
Lebt auf 700 bis 1000 Metern Höhe an Flüssen, die nur zeitweise Wasser führen. Kommt auch in Savannengebieten mit feuchten Höhlen vor. Sehr scheue Art, die meist nur frühmorgens aktiv und sichtbar ist. Sehr spezielle Halte- und besonders Nachzuchtbedingungen. Im Bild: semiadulte, bereits prächtig eingefärbte Jungfrösche.

Mantella Laevigata (NT)

Diese Art lebt im Regenwald in der nordöstlichen Küstenregion, ebenso auf der Halbinsel Masoala. Laevigatas sind ausgezeichnete Kletterer.
Ihre Umweltbedürfnisse und ihr Fortpflanzungsverhalten weichen stark von jenem der übrigen Mantella-Arten ab. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln in kleine Baumhöhlen oder Blattachseln, wobei sie immer wieder dieselben Orte aufsuchen. Die Quappen können kannibalisch sein.
Laevigatas erreichen eine Grösse von 22 bis 29 mm, Männchen sind grösser als die Weibchen.


 

Mantella Madagascariensis (VU)

Lebt im Wald an Flüssen in der Laub-, Gras- und Moosschicht. Verbreitungsgebiete sind Ostmadagaskar und das Hochland. Entsprechend existieren verschiedene Unterarten.
Die Farbe der Schulter- und Beinpartien schwankt zwischen grün und gelb (Foto: Gelbes Jungtier). Grösse bis 31 mm.
Es ist nach wie vor unklar, ob die Populationen an den verschiedenen Stellen zur gleichen Art gehören.
Zur Unterscheidung von M. Baroni vgl. dessen Beschreibung.



Mantella Milotympanum (CR)

Diese Art ist auf den ersten Blick leicht mit M. Aurantiaca zu verwechseln.
Sie unterscheidet sich von dieser aber deutlich durch einen grösseren dunklen Fleck gleich hinter dem Auge und dunkle Nasenöffnungen.
Lebt nur noch in der Gegend von Fierenana (Ostmadagaskar) auf rund 1000 Metern Höhe.
Offenbar existieren auch Variationen mit grünlichem Rücken.



Mantella Nigricans (LC)

Ca. 28 mm gross. Die Rückenfarben können zwischen braun und grün (Foto) variieren. Kommt an verschiedenen Orten Madagaskars an Flüssen im Primärregenwald und in gut 1000 Metern Höhe vor. Die Art scheint ihr Gelege im Gegensatz zu den meisten anderen Mantella-Arten in fliessende Gewässer zu zeitigen.
 

Mantella Pulchra (VU)

Ist noch an diversen Orten an der Ostküste zu finden.
Ähnlich wie M. Madagascariensis, jedoch Brauntöne am Rücken und an den Seiten.
Der Kopf schimmert je nach Licht kupferfarben.
Auffallend: Meine M. Pulchra graben jeweils bis zu 10 cm lange Höhlen in den Bodengrund. Im Vohimana-Reservat (nahe des Naturschutzgebiets Andasibe-Mantadia) habe ich Naturräume gesehen, die gleichzeitig von M. Baroni und Pulchra bevölkert wurden.

 

Mantella Viridis (EN)

M. Viridis leben entlang von Bächen in Karstlandschaften (Kalkuntergrund).
Die Bäche trocknen phasenweise aus. Die Lebensbedingungen von M. Viridis sind also relativ trocken.
Die Temperaturdifferenzen besonders in trockenen Zeiten können darum vergleichsweise gross sein. Meine M. Viridis "kleben" in der Ruhezeit jeweils monatelang in Ritzen und Spalten des Terrariumhintergrundes und sind lange Zeit unsichtbar.

 

    Die IUCN (International Union für Conservation of Nature and Natural Resources) hat eine Rote Liste gefährdeter Arten erstellt. Alle (!) Mantella-Arten sind hier aufgeführt. Stand 22.12.2024:
    EX Extinct (ausgestorben)
    EW Extinct in the Wild (in der Natur ausgestorben)
    CR Critically Endangered (vom Aussterben bedroht)
    EN Endangered (stark gefährdet)
    VU Vulnerable (gefährdet)
    NT Near Threatened (potenziell gefährdet)
    LC Least Concern (geringere Bedrohung)

      Artenübersicht
      Haltebedingungen
      Nachzucht
      Fütterung

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